Die finanzielle Bestandsaufnahme

Das Selfmade Project startet im März 2019. Ich beginne mit einer Bestandsaufnahme. Welche Einnahmen habe ich aktuell? Wie hoch sind meine Ausgaben und woraus setzen sie sich zusammen? Wie sehen die Kontostände aus? Gibt es Rücklagen oder vielleicht sogar Schulden?

Denn: Bevor man damit beginnen kann, etwas zu optimieren, muss man erst einmal wissen, wo man aktuell steht. Quasi den „Status quo“ erheben. Wenn ich die Ausgangslage kenne, kann ich mir überlegen, an welchen Stellschrauben ich drehen kann, um die Situation zu verbessern. Und das wollen wir ja schließlich: Unsere finanzielle Situation verbessern.

Warum ist am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig?

Ich habe zwar ein Bauchgefühl, dass das Verhältnis zwischen Einnahmen und Ausgaben nicht passt, allerdings kann ich die genauen Werte gar nicht beziffern. Und ich weiß natürlich, dass es Verbindlichkeiten, also Schulden, in meiner Bilanz gibt. Da diese aber kurz-, mittel- und langfristig angelegt sind, benötige ich auch hier eine genaue Aufschlüsselung der einzelnen Positionen.

Wer hohe Türme bauen will, muss lange am Fundament verweilen.

Anton Bruckner, Österreichischer Komponist

Alle Zahlen kommen jetzt auf den Tisch – transparent und ehrlich, damit du sie nachvollziehen und auf deine Situation übertragen kannst.

Die Einnahmen

Meine Einnahmen im März 2019

Als Einnahmen bezeichne ich hier alle positiven Buchungen, die auf meinem Girokonto eingehen. Viele sind das nicht. Die wichtigste Einnahmequelle ist mein Gehalt. Ich bin Beamter und habe somit ein regelmäßiges, festes Einkommen. Dieses ist grundsätzlich abhängig von Besoldungs- und Erfahrungsstufe.

Jeden Monat werden mir so 2.722,55 Euro überwiesen (Stand März 2019). Sicherlich kein schlechter Lohn, allerdings gehen für mich als Beamter davon noch die Kosten für die private Krankenversicherung ab, die ich unter Ausgaben aufführen werde.

Da ich mir mit meiner Partnerin einen Haushalt teile und fast alle gemeinsamen Ausgaben über mein Girokonto laufen, zahlt sie mir jeden Monat ihren Anteil in einer Summe auf mein Konto. Das sind 630 Euro. Der überwiegende Teil davon ist für den gemeinsamen Kredit, den wir beim Kauf unserer Eigentumswohnung aufgenommen haben. Weitere gemeinsame Ausgaben sind beispielsweise Strom- und Heizkosten, Internet- und Telefonanschluss oder die Mitgliedschaft im ADAC.

Das waren die fixen Einnahmen. Darüber hinaus verbuche ich ab und zu noch unregelmäßige Einnahmen, die sowohl in der Höhe als auch was den Buchungsintervall angeht, sehr unterschiedlich sein können. Eine – sicher etwas exotische – unregelmäßige Einnahmequelle ist das Amazon-Partnerprogramm. Aus einem vor einigen Jahren mal begonnenen Affiliate-Projekt erhalte ich in unregelmäßigen Abständen noch Provisionen. Das sind im März 2019 insgesamt 26,89 Euro. Immerhin! Was es genau mit dem Projekt und Affiliate-Marketing auf sich hat, werde ich in einem der kommenden Beiträge ausführlich erläutern.

Insgesamt belaufen sich meine Einnahmen im März also auf 3.379,44 Euro. Eigentlich ein guter Wert, oder? Davon muss sich doch auch noch etwas sparen lassen?! Wie kann es dann aber sein, dass ich Monat für Monat mit der Dispo-Grenze kämpfen muss? Ein Blick auf die Ausgaben gibt vielleicht Aufschluss.

Die fixen Ausgaben

Um meine Ausgaben im Detail auflisten zu können, bin ich in dem Online-Portal meiner Hausbank meine Buchungen aus dem kompletten letzten Jahr durchgegangen und habe eine Tabelle angelegt. Ich unterscheide hier zwischen fixen Ausgaben, die regelmäßig wiederkehren, und variable Ausgaben, die stark schwanken können. Bei den fixen Ausgaben bin ich auf Buchungen gestoßen, die monatlich, quartalsweise oder jährlich abgerechnet werden.

Meine fixen Ausgaben im März 2019

Puh, die Liste der fixen Ausgaben ist doch recht lang – deutlich länger als die Liste der Einnahmen. Den größten Betrag macht mit 1.088,16 Euro die Zahlung für den Kredit aus, den wir beim Erwerb unserer Immobilie abgeschlossen haben. Nicht unerheblich ist außerdem der Beitrag für die private Krankenversicherung. 207,16 Euro muss ich dafür Monat für Monat aufwenden. Hinzu kommen Kosten für Strom (56,00 Euro), Gas (39,00 Euro) und Wasser (6,00 Euro), den Internet- und Telefonanschluss (14,99 Euro) oder auch die Kosten für diese und eine weitere Homepage (10,94 Euro).

Jeden Monat überweisen meine Partnerin und ich außerdem jeweils 200,00 Euro auf ein gemeinsames Haushaltskonto, über das wir die Einkäufe für Lebensmittel und Haushaltsprodukte bezahlen.

Ganz unten findet ihr die auf den Monat runtergebrochenen Kosten für eine Rechtsschutzversicherung, den ADAC und die GEZ-Gebühren. Hier verfahre ich so, dass ich monatlich pauschal 50 Euro auf mein Tagesgeldkonto überweise und dann daraus die jährlichen bzw. quartalsweise anfallenden Kosten bediene.

Einen nicht unerheblichen Teil machen außerdem Versicherungen und Altersvorsorgeverträge aus. Falls du dich wunderst, warum ich keine Haftpflichtversicherung habe: Diese läuft im Partnertarif über meine Lebensgefährtin.

Zusammengefasst kann man sagen, dass die Bilanz im März 2019 zwar relativ viele fixe Ausgaben aufweist, die Summe der Gesamtausgaben (-2.056,01 Euro) aber deutlich unter der Summe der Gesamteinnahmen liegt (3.379,44 Euro). Die Differenz beträgt also immerhin über 1.300 Euro. Was ist also das Problem?

Die unregelmäßigen Ausgaben

Ein Blick auf die unregelmäßigen Ausgaben der letzten Monate zeigt mir, dass diese teilweise sehr hoch sind. Insbesondere fällt auf, dass ich viel Geld für Restaurantbesuche ausgegeben habe. Außerdem habe ich immer wieder Geldabhebungen am Automaten getätigt, bei denen ich gar nicht so genau sagen kann, wofür ich das Geld danach ausgegeben habe. Ganz ehrlich – ich tippe für Schnick-Schnack und unnötigen Kleinkram.

Darüber hinaus sind Buchungen für Friseurtermine, Elektronikartikel, Kleidung und das Tanken unseres gemeinsamen Autos dabei. Insgesamt kommt da einiges zusammen, allerdings sind das keine 1.300 Euro. Der Rest des Geldes geht nämlich für die Rückzahlung von Schulden drauf, die ich bei meiner Partnerin habe, weil sie zum Beispiel gemeinsame Urlaube oder die Kaufnebenkosten für unsere gemeinsame Wohnung vorgestreckt hat.

Für ein abschließendes Fazit ist also ein Blick auf meine Schuldensituation unabdingbar – auch wenn es weh tut.

Die Schulden

Mein Schuldenstand zum März 2019

Die kurz- mittel- und langfristigen Verbindlichkeiten teilen sich wie folgt auf:

Der Kontostand meines Girokontos ist Ende Februar mit 104,23 Euro im Minus. Somit habe ich einen Dispositions-Kredit bei meiner Hausbank. Diese Schulden bezeichne ich als „kurzfristig“.

Wie du in der Ausgabenübersicht schon gesehen hast, tilge ich jeden Monat außerdem einen Konsumkredit, den ich vor Jahren abgeschlossen habe. Dafür zahle ich monatlich 160,90 Euro ab. 1.604,92 Euro stehen hier noch aus (Stand März 2019), die letzte Rate ist hier am 1. Januar 2020 fällig.

Wie schon erwähnt, hat meine Partnerin einen gemeinsamen Urlaub zum größten Teil bezahlt (noch 2.500 Euro offen) und einen großen Teil der Kaufnebenkosten für unsere gemeinsame Wohnung vorgestreckt (13.519,41 Euro Restschuld). Dafür zahle ich jeden Monat 700 Euro an sie zurück.

Der Kredit für die Wohnung ist langfristig ausgelegt, die Buchung für Tilgung und Zinsen taucht bereits in der Übersicht der fixen Ausgaben auf.

Alles in allem erklärt sich so, wo die positive Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben bleibt – nämlich bei der Rückzahlung von Altlasten.

Die Rücklagen

Was die Rücklagen angeht, kann ich es kurz machen: Es gibt praktisch keine Rücklagen. Das führt immer wieder zu Problemen, weil unvorhergesehene Kosten ein Loch in die Bilanz reißen und dafür sorgen, dass ich immer wieder im Dispo lande, kurzfristig angesparte Summen sofort wieder verschwinden oder größere Ausgaben zunächst durch meine Partnerin bezahlt werden und ich dann meinen Anteil wieder mühsam abtragen muss.

Das Fazit zu meiner Bilanz

Die Aufarbeitung meiner finanziellen Situation hat mich einiges an Anstrengungen gekostet. Nicht nur, weil es seine Zeit dauert, die vielen Positionen zu sortieren, zu bewerten und zu verschriftlichen, sondern weil ich mir dabei natürlich auch die negativen Aspekte meiner finanziellen Gesamtsituation noch einmal schmerzhaft vor Augen führen musste. Trotz eines guten Einkommens schaffe ich es nicht, regelmäßig etwas zu sparen, geschweige denn mir ein Vermögen aufzubauen. Das ist ja aber mein Ziel: Ein Vermögen von einer Million Euro.

Keine Rücklagen aber Schulden – ein Teufelskreis

Fakt ist, dass ich einiges, wenn nicht fast alles ändern muss, um dieses Ziel zu erreichen. Die größten Probleme sind aus meiner Sicht, dass ich relativ viele Positionen auf der Ausgaben-Seite verbuche. Diese sind zwar in der Summe nicht so groß, wie die Einnahmen, aber allein ihre Anzahl macht die Bilanz sehr unübersichtlich und ich verliere schnell den Überblick.

Außerdem stehen zu viele Verbindlichkeiten aus, so dass ein nicht unerheblicher Teil meiner Einnahmen für die Tilgung von Schulden aufgebracht werden muss. Das führt dazu, dass ich keine Rücklagen habe. Immer wenn es dann aber zu unerwarteten Ausgaben kommt, muss ich mir wieder über Drittmittel behelfen – ein Teufelskreis. Damit ist jetzt Schluss.

Meine Ziele

Oberste Priorität hat in den kommenden Monaten der Abbau der kurz- und mittelfristigen Schulden. Für eine finanzielle Handlungsfähigkeit müssen diese Verbindlichkeiten schnellstmöglich abgebaut werden, ohne neue Verbindlichkeiten zu schaffen.

Dafür werde ich sukzessive meine Ausgaben auf den Prüfstand stellen und schauen, welche Positionen sich reduzieren oder vielleicht sogar gänzlich streichen lassen. Gleichzeitig will ich meine Einnahmen erhöhen. Dazu werde ich verschieden Einnahmemöglichkeiten testen. Zu den dabei gemachten Erfahrungen werde ich jeweils eigene Beiträge verfassen.

Wichtig ist mir außerdem der Aufbau einer Rücklage, um bei unerwarteten Ausgaben reagieren zu können. Insgesamt möchte ich ein solides Finanz-Fundament entwickeln und aufbauen, auf dessen Grundlage ich dann in Zukunft Geld verdienen, sparen und investieren kann. Wichtig ist mir dabei auch der Auf- und Ausbau meines Wissens rund um das Thema Geld.

Ich freue mich darauf, diesen Weg gemeinsam mit dir zu gehen. Hast du Anmerkungen oder Anregungen? Dann schreib sie gern in die Kommentare.

Dein MoneyHero

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